Klimawandel schon vorbei?

Ein paar nasskalte Tage Ende April und schon glauben manche Zeitgenossen, die Erderwärmung und den damit zusammenhängenden Klimawandel als Hirngespinst  überängstlicher Wissenschaftler abtun zu können. Doch so einfach liegen die Dinge nicht. Will man eine zuverlässige Einschätzung  der Lage, genügen nicht ein paar Tage im April als Referenzzeit. Dann brauchen wir geeignete Perioden längerer Dauer, um eine plausible Aussage treffen zu können.

 

Das Klima im Jahr 2016

In ihrem jährlichen Klimabericht beschreibt die WMO (World Meteorological Organization) im März dieses Jahres eine Fortsetzung der globalen Erwärmung im Jahr 2016. Zum dritten Mal hintereinander ist ein neuer Temperaturrekord zu verzeichnen. So lag im letzten Jahr die globale Mitteltemperatur um 1,1 Grad Celsius über dem vorindustriellen Zeitraum und um 0,8 Grad über dem Temperaturmittel der Klimanormalperiode 1961 bis 1990. Laut WMO steigt die globale Temperatur um 0,1 bis 0,2 Grad pro Jahrzehnt. Und die atmosphärische Kohlendioxidkonzentration erreichte Ende 2015 einen neuen Höchstwert.

Eisbärin mit Jungtier
Eisbär, König der Arktis, verliert seinen Lebensraum

Auch das seit längerem zu beobachtende Schrumpfen des Polareises in der Arktis setzte sich 2016 fort. Die Meereisausdehnung am Nordpol lag im vergangenen Jahr durchgehend deutlich unter der durchschnittlichen Ausdehnung im Zeitraum 1979 bis 2015. Das saisonale Maximum von 14,5  Mio Quadratkilometer Ende März 2016 war der niedrigste Wert seit Beginn der ständigen Satellitenüberwachung im Jahr 1979. Die antarktische Meereisausdehnung erreichte zwar in den ersten 10 Monaten des letzten Jahres fast den Mittelwert von 1979 bis 2015; doch ein warmer südhemisphärischer Frühling sorgte für eine besonders starke Meereisschmelze, was dann im November zu einem neuen Negativrekord führte.

Das Abschmelzen der Eiskappen und Gletscher sowie die Ausdehnung des sich durch den Treibhauseffekt erwärmenden Meerwassers führen zu einem kontinuierlichen Anstieg des Meeresspiegels. Weltweit ist der Meeresspiegel  seit 1900 im Durchschnitt um 20 cm gestiegen.

 

Was wollen uns diese Messdaten sagen?

Ebenso wie die meisten Klimaforscher bin ich vom Fortschreiten des Klimawandels überzeugt. Ebenso plausibel erscheint mir die These, dass für die aktuelle Erderwärmung der Mensch verantwortlich ist. Meine Auffassung teilt leider nicht der amerikanische Präsident  –  im Augenblick.

Weitsichtige Menschen, die auch die Lebensbedingungen der nachwachsenden Generationen im Blick haben, werden diese unheilvollen Messdaten zum Anlass nehmen, ihren Lebensstil hinsichtlich der Produktion von Treibhausgasen zu überprüfen. Sie werden weniger Auto fahren und stattdessen häufiger das Fahrrad nehmen. Und wenn das Auto unvermeidlich ist, werden sie ein Elektroauto verwenden oder zumindest Kraftstoff sparend fahren. Zudem werden sie weniger das Flugzeug benutzen, insbesondere bei Urlaubsreisen sind Einsparungen möglich. Beim Wohnen werden sie durch konsequente Wärmedämmung und Wasser sparendes Duschen Energie einsparen. Und nicht zuletzt werden sie durch weniger Fleischkonsum dazu beitragen, dass unsere Landwirte größere Chancen bei der Produktion von Gemüse, Obst und anderen Nutzpflanzen sehen anstatt bei der Tiermast, die eine Menge Treibhausgase erzeugt.

Diese nachhaltig lebenden Menschen sprechen nicht nur über einen Klima schonenden Lebensstil, sie handeln auch entsprechend Erich Kästners Bonmot „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“  Und vielleicht gelingt es ihnen durch ihr Vorbild, andere Menschen zur Nachahmung ihrer verantwortungsvollen Lebensweise zu bewegen. Ich würde mich über jeden Einzelfall freuen.

In diesem Sinne Euch allen eine gute Zeit und herzliche Grüße

 

Eure

Lisa Berner

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