Repair-Café – ein Symbol für Nachhaltigkeit

Vor kurzem haben wir in unserer Nachhaltigkeitsinitiative den dritten Geburtstag unseres Repair-Cafés gefeiert. Der Besuch vieler Menschen, die diese Serviceeinrichtung nutzen, und auch von Vertretern der Gemeinde und befreundeter Organisationen zeigte, dass unser Projekt in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Im Laufe der drei Jahre konnten wir für bestimmte Reparaturfälle weitere ehrenamtlich arbeitende Fachleute gewinnen, was wiederum die Zahl der Kunden erhöhte. Außerdem ist es uns gelungen, durch gezielte Veranstaltungen Jugendliche anzusprechen: Die Reparatur von Laptops, Spielkonsolen, Fotoapparaten, Handys überzeugte sie. Doch das Wichtigste ist: Die Mitglieder der Nachhaltigkeitsinitiative stehen hinter diesem Projekt und unterstützen es. Sie sehen darin ein Symbol für Nachhaltigkeit, ein Chance für Müllvermeidung und ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft. Mit der Zeit ist das Repair-Café zu einem beliebten Treffpunkt am ersten Samstag im Monat geworden. Wir nutzen die Gelegenheit, im Café auf Ziele und Aktionen unserer Initiative aufmerksam zu machen und dafür zu werben. Daher gibt es immer mindestens einen veganen Kuchen zum Probieren.

 

Repair-Café  –  eine Idee aus den Niederlanden

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Reparieren macht Spaß

Die niederländische Umweltjournalistin Martine Postma veranstaltete im Oktober 2009 in Amsterdam unter dem Motto ‚Wirf es nicht weg, reparier es’ das erste Reparaturtreffen. Schon bald stellte sie eine Anleitung für die Gründung solcher Selbsthilfeeinrichtungen und ein Franchise-Lizenz-System bereit. Inzwischen gibt es weltweit knapp 1200 Repair-Cafés, verteilt auf 29 Länder. In Deutschland sind die aktuell etwa 500 Repair-Cafés meist im Netzwerk „Reparatur-Initiativen“ organisiert. Das Netzwerk veranstaltet Vernetzungstreffen der ehrenamtlich tätigen Reparateure, außerdem ist es Partner beim ‚Runden Tisch Reparatur’.

 

Runder Tisch Reparatur

Im Oktober 2015 wurde in Berlin der ‚Runde Tisch Reparatur’ gegründet, an dem Umwelt-verbände, Verbraucherschützer, Vertreter der reparierenden Wirtschaft und der herstellenden Industrie, die Wissenschaft und ehrenamtlich arbeitende Reparatur-Initiativen sitzen. Mit Blick  auf wachsende Abfallberge und den hohen Ressourcen- und Energieverbrauch wollen sie die Reparatur-Idee stärken. Insbesondere wird eine längere Nutzung der Produkte angestrebt, die durch eine Verbesserung der Reparaturfähigkeit erreicht werden kann. Konkret verlangt der Runde Tisch von der Politik, allen Marktakteuren den Zugang zu Ersatzteilen zu erschwinglichen Preisen zu ermöglichen und zu gewährleisten, dass Ersatzteile leichter aus Altgeräten gewonnen werden können. Außerdem fordert der Runde Tisch, Vorgaben für die Reparierbarkeit in verbindlichen Produktanforderungen zu verankern, langlebige und reparaturfreundliche Produkte für den Verbraucher nachvollziehbar zu kennzeichnen und die Öffentlichkeit mit einer Infokampagne über die Bedeutung einer längeren Produktnutzung für den Ressourcen- und Umweltschutz aufzuklären.

Wird die Politik diese berechtigten Forderungen aufgreifen und ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen?  Die Hoffnung stirbt zuletzt …

Ich wünsche Euch eine gute Zeit und grüße Euch ganz herzlich

Eure

Lisa Berner

 

 PS: Weitere Infos unter www.runder-tisch-reparatur.de

 

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