Ist Laborfleisch die Rettung?

Auf der Geburtstagsfeier eines befreundeten Mitglieds unserer Nachhaltigkeitsgruppe berichtete Robert, der Lebensgefährte meiner langjährigen Freundin Sophie, über eine TV-Sendung zu künstlich im Labor erzeugtem Fleisch. Sogleich entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über die Chancen und  Auswirkungen dieses In-Vitro-Fleisches.

 

Durchbruch bei der Produktion von Laborfleisch

An der niederländischen Universität Maastricht ist es dem Biowissenschaftler Dr. Mark Post gelungen, aus Muskelstammzellen von Rindern in Bioreaktoren durch Elektrostimulation

laboratory-385349__180
Biochemiker im Labor

künstliches Fleisch zu züchten. An dem Projekt, das maßgeblich vom Google-Mitbegründer Sergey Brin finanziert wird, hat Post mit seinem Team sechs Jahre gearbeitet. Mehrere  Wissenschaftler und Medienleute hatten im August 2013 die Gelegenheit, den erster Burger aus Laborfleisch zu probieren. Sowohl hinsichtlich Aussehen als auch Geschmack stellten die Tester keinen nennenswerten Unterschied zu an einem Tier gewachsenen Fleisch fest.

 

Vorteile, wenn Laborfleisch natürliches Fleisch ersetzt

 Die positiven Auswirkungen einer solchen Änderung der Fleischproduktion auf Klima, Welternährung, Ökologie und Gesundheit liegen auf der Hand: Weitere Anbauflächen für Tierfutter sind entbehrlich, der für das Weltklima so bedeutende Regenwald würde also geschont. Die in der aktuellen Tierhaltung anfallenden Treibhausgase Kohlendioxid, Methan und Distickstoffmonoxid würden vermieden und dadurch der globale Temperaturanstieg gebremst. Die Flächen, die man gegenwärtig für Futtermittel braucht, könnten für den Getreideanbau genutzt werden, dies würde die globale Ernährungslage deutlich verbessern. Auch ein aktuelles Gesundheitsproblem würde gelöst: Im Gegensatz zum heutigen in der Intensivtierhaltung erzeugten Fleisch wäre das Laborfleisch vollkommen antibiotikafrei, außerdem würden bei der Herstellung von Laborfleisch keine multiresistenten Keime entstehen. Auf diese Vorteile verweist die Tierrechtsorganisation PETA in einem ausführlichen Artikel und betont, dass das bei der heutigen Massentierhaltung und in den Schlachthöfen verursachte Tierleid auch vermieden würde. Mir erscheint es daher konsequent, dass PETA die Entwicklung von In-Vitro-Fleisch finanziell fördert.

 

Akzeptanz von Laborfleisch

Die Gretchenfrage bleibt: Werden Fleischesser das im Labor erzeugte Fleisch akzeptieren?

Vermutlich wird es beträchtliche regionale Unterschiede geben. Experten rechnen mit  Interesse an Laborfleisch in China und Russland, während in Europa und insbesondere in Deutschland von misstrauischen Konsumenten auszugehen ist. Daher war sich unsere Nachhaltigkeitsgruppe einig, dass wir bei unseren Mitmenschen weiterhin Überzeugungsarbeit hinsichtlich mehr pflanzlicher Ernährung leisten müssen. Denn bis zur Marktreife des Laborfleisches kann es noch fünf bis zehn Jahre dauern und ob es dann tatsächlich das konventionelle Fleisch ersetzen wird, weiß der Himmel.

Ich wünsche Euch eine gute Zeit und grüße Euch ganz herzlich

 

Eure

Lisa Berner

 

Hinweis: Weitere Infos zum Thema findet man bei www.peta.de/NahrungsmittelderZukunft

Erzähle der Welt von uns
3

Ein Gedanke zu „Ist Laborfleisch die Rettung?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *