Flexitarier – Sackgasse oder erster Schritt?

Unsere Tutzinger Nachhaltigkeitsinitiative diskutierte bei ihrem letzten Treffen engagiert über das Vordringen der flexitarischen Ernährungsweise. Ihre Anhänger wollen sich gesund und nachhaltig ernähren, daher reduzieren sie den Fleischkonsum deutlich und verzehren stattdessen viel Gemüse und Obst, Hülsenfrüchte und Sojaprodukte. Flexitarier heißen auch ‚Teilzeit-Vegetarier’ oder nach dem 2011 von Katharina Rimpler gestarteten Projekt ‚Halbzeit-Vegetarier’, weil sie ihren Fleischverbrauch halbieren wollen. Bei diesem Projekt hat übrigens der Vebu die Schirmherrschaft übernommen.

 

Ist die Flexitarier-Idee eine Sackgasse?

 Viele Veganer und Vegetarier sehen das so. Sie argumentieren, wer Tiere respektiere könne sie nicht mästen, töten und aufessen, auch wenn er diese Prozedur auf dreimal pro Woche beschränke. So wie der Grundgesetzartikel ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar’ für jeden einzelnen Menschen gelte, so müsse auch die Würde jedes einzelnen Tieres bewahrt werden. Wer behaupte, für eine artgerechte Nutztierhaltung einzutreten, aber gleichzeitig gelegentlich Fleisch esse und daher das Töten von Tieren in Kauf nehme, sei unglaubwürdig.

 

Oder ist  ‚Flexitarier’  ein sinnvoller erster Schritt ?

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Flexitarier – Sackgasse oder erster Schritt?

Manche Zeitgenossen  –  darunter auch Vegetarier und vereinzelt Veganer  – betrachten unsere Fragestellung aus einem anderen Blickwinkel. Sie erkennen, dass Menschen, denen jahrelang der tägliche Fleischverzehr angelernt wurde, sich schwer tun, von heute auf morgen fleischfrei zu leben. Ein Zwischenschritt mit einer Halbierung des Fleischkonsums ist dagegen viel leichter zu schaffen. Ergeben sich nach einigen Monaten positive gesundheitliche Auswirkungen der fleischarmen Ernährung und registriert der Betreffende, dass sein soziales Umfeld seine Ernährungsumstellung akzeptiert hat, dann fällt es einem Flexitarier relativ leicht, den zweiten Schritt zum Vegetarier und  vielleicht später sogar zum Veganer zu machen.


Mein Fazit

Wir leben erfreulicherweise in einer Zeit, in der in Deutschland die Sensibilität für Nutztiere und ihre artgerechte Haltung wächst. Hier spielt die Massentierhaltung, die mit ihren multiresistenten Keimen und ihren vorbeugenden Antibiotikagaben bei vielen Ekel und Ängste auslöst, eine wichtige Rolle. Ich finde es großartig, wenn nun diese Menschen ihre negativen Gefühle nicht nur äußern und dabei ohnmächtig mit den Schultern zucken („was kann denn ich als Einzelner dagegen machen?“) sondern konsequent ihr Essverhalten ändern.  Bei unserer Spatz-Taube-Alternative bin ich daher klar für den Spatz in der Hand. Und freue mich, wenn nach einigen Monaten meine Spatzen zu Friedenstauben werden.

Euch allen eine gute Zeit und herzliche Grüße

 

Eure

Lisa Berner

 

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