Lachyoga für enttäuschte Vegetarier und Veganer

Wem die Zukunft der Menschheit nicht gleichgültig ist, handelt weitsichtig und nachhaltig. Die meisten Pflanzenesser gehören zu dieser Gruppe. Sie kennen die negativen Folgen einer fleischreichen Ernährung für Klima, Tierwohl, Regenwald, Trinkwasser, Welternährung, Migration. Daher wollen sie Fleischesser über die Zusammenhänge informieren und  ihnen nahelegen, den Fleischkonsum einzuschränken, um eine Wende zum Besseren zu erreichen.

Vegetarier und Veganer leiden unter der Ignoranz der Fleischesser

Für die Argumente der Pflanzenesser haben die Fleischesser oft nur Spott, Ignoranz und Aggression übrig. Dies führt bei manchem Vegetarier oder Veganer zu einem Gefühl der Hilflosigkeit, bisweilen auch zu Selbstvorwürfen, beim Gespräch mit  Fleischessern versagt zu haben. Obwohl es sich inzwischen herumgesprochen hat, dass global betrachtet ganz rasch der Fleischkonsum sinken muss, erleben die Pflanzenesser tagtäglich, wie  ihre Appelle und Argumente an der Ignoranz und dem Egoismus ihrer Mitmenschen abprallen. Solche Misserfolge können eine depressive Verstimmung oder sogar eine echte Depression hervorrufen.

Frustration mit Lachyoga überwinden

 Lachyoga tut sooo gut
Lachyoga tut sooo gut

Vor kurzem traf ich abends in der Münchner  Fußgängerzone Sabine Roth und Benedikt Tauber. Wer das Buch ‚Die Vegetarierinnen’ gelesen hat, kennt die beiden als einsatzfreudige Mitglieder der Tutzinger Nachhaltigkeitsinitiative. Auf meine Frage, was sie denn vorhätten, meinten sie verlegen: „Lachyoga-Kurs bei der Volkshochschule.“ Mit vor Staunen offenem Mund  erfuhr ich, dass systematisches künstliches Lachen dieselben positiven Effekte haben kann wie natürliches Lachen: Beträchtliche Steigerung des Gasaustausches in der Lunge, Verringerung des Blutdrucks, deutliche Senkung des Spiegels der Stresshormone Adrenalin und Cortisol, Ausschüttung von Glückshormonen, Stärkung des Immunsystems …

Solidarität und Mitgefühl zeigen

Nachdenklich ging ich nach Hause. Aus langen Gesprächen mit Benedikt weiß ich, dass er die weitere Entwicklung auf unserem Planeten pessimistisch sieht und eine Wende zum Guten für unwahrscheinlich hält. Diese Einstellung war einer der Gründe, warum ich nicht reagierte, als er sich bemühte, eine Liebesbeziehung zu mir aufzubauen. Bei Sabine überraschte es mich, dass auch ihr die sich verschärfenden Klima- und Umweltbedingungen auf der Erde buchstäblich den Schlaf rauben. Mir wurde klar, dass es vermutlich noch viele andere Veganer und Vegetarier gibt, die aus ähnlichen Gründen leiden. Was müssen wir seelisch robusteren Pflanzenesser tun, um unsere besonders sensiblen Mitkämpfer zu stabilisieren und aus ihrer Resignation zu reißen? Lachyoga kann ein Weg sein, aber auch Gespräche, die Mut machen sowie weitere Zeichen der Solidarität und des Mitgefühls. Vielleicht habt Ihr noch andere Ideen, wie man enttäuschte Pflanzenesser aus ihrer Mutlosigkeit befreien kann. Ich freue mich über jede Anregung von Euch.

Euch allen eine gute Zeit und herzliche Grüße

Eure

Lisa Berner

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